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Abschied von Gerd RiekenGerd Rieken

„gehofft, gekämpft und doch verloren“ – Diesen Spruch haben wir schon ganz oft über Traueranzeigen gelesen. Er formuliert unsere Ratlosigkeit im Umgang mit jener Erkrankung, vor der wir insgeheim alle Angst haben: Krebs. Auch Gerd hat es nicht geschafft. Am vergangenen Samstag abends tat er seinen letzten Atemzug. Dass er nicht mehr da ist, das können wir noch gar nicht begreifen; es stürzt uns wie schon seine ganze Familie in Trauer. Und wir wünschen uns die Kraft, die vor uns liegenden schweren Wege gemeinsam durchschreiten zu können, ohne Schaden an der Seele zu nehmen.

72 Jahre wurde er alt. Er war von Anfang an dabei: Mitglied im  ersten KV und somit „Zeitzeuge der Gemeindegründung“ am 1.1.1978. Was wir ihm alles zu verdanken haben, das lässt sich hier nur andeuten: neben der Mitarbeit im KV war er in fast allen weiteren Gremien tätig: ob bei Fest- und Jubiläumsvorbereitungen, bei der Mitwirkung in Gottesdiensten z.B. durch Lesen der Weihnachtsgeschichte auf „plattdeutsch“ und bei der musikalischen Begleitung mit dem Bläserkreis, der ihm besonders ans Herz gewachsen war. Wie oft hörte man diese Gruppe in Norddeich irgendwo ein „Geburtstagsständchen“ spielen! Bei Gemeindefesten legte er stets mit Hand an bei allen anfallenden Tätigkeiten, auch beim Auf- und Abbau und beim Grillen. Er stand auf der Leiter, wenn Ernte- oder Adventkranz aufgehängt werden mussten; er stand auf dem Dach und montierte den Weihnachtsstern. Er teilte Gemeindebriefe aus und machte Haus- und Geburtstagsbesuche im Auftrag der Gemeinde. Er wirkte mit bei „Tee und Thema“. Wann immer eine schwer zu entscheidende Frage im Raum stand: er trug mit seiner ruhigen, sachkundigen und ausgleichenden Art zur Lösungsfindung bei.

Du fehlst uns, Gerd! Und Du wirst nie aus unserer Erinnerung verschwinden! Wenn Du uns in Gottes neuer Welt noch wahrnehmen kannst, dann sagen wir Dir an dieser Stelle nochmals von Herzen Dank. Und einen besonderen Dank sagen Dir Marten Lensch und ich, denn uns beiden hast Du damals, als wir nach Norddeich kamen, den Einstieg und das Einleben in die Norddeicher Kirchengemeinde und in den Ortsteil Norddeich wesentlich erleichtert.

Und nun stellen wir auch für Dich eine Gedenkkerze in der Arche auf, und zwar auf dem Brett, das Du damals als dauerhaften Platz für die Gedenkkerzen in unserer Arche entworfen hast. Danke!

Dieter Albertsmeier, Pastor i.R.